Barrierefreiheit am Arbeitsplatz: Alles, was Sie wissen müssen
Barrierefreiheit am Arbeitsplatz ist ein essenzielles Thema, das sowohl in sozialen als auch in wirtschaftlichen Kontexten eine wichtige Rolle spielt. Sie stellt sicher, dass Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen uneingeschränkt am Arbeitsleben teilnehmen können. Dabei geht es nicht nur um bauliche Anpassungen, sondern auch um technologische und organisatorische Maßnahmen, die Chancengleichheit fördern und Diskriminierung verhindern.
Warum Barrierefreiheit am Arbeitsplatz wichtig ist

Barrierefreiheit am Arbeitsplatz ist nicht nur ein moralisches und ethisches Anliegen, sondern auch ein wirtschaftlicher Vorteil. Etwa 10 % der Bevölkerung in Deutschland leben mit einer Behinderung – eine beträchtliche Gruppe potenzieller Mitarbeitender. Wenn Arbeitsplätze barrierefrei gestaltet sind, können Unternehmen diese Talente besser einbinden und von deren Fähigkeiten profitieren.
Darüber hinaus steigert Barrierefreiheit die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeitenden. Wer in einer Umgebung arbeitet, in der individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden, fühlt sich wertgeschätzt und unterstützt. Dies wirkt sich positiv auf die Mitarbeitermotivation und die Unternehmenskultur aus. Zudem hilft es Unternehmen, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und mögliche rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
Wie Unternehmen Barrierefreiheit umsetzen können

Die Umsetzung von Barrierefreiheit am Arbeitsplatz erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Unternehmen müssen bauliche, organisatorische und technologische Aspekte berücksichtigen, um eine inklusive Arbeitsumgebung zu schaffen.
Bauliche Maßnahmen für eine barrierefreie Arbeitsumgebung
Bauliche Maßnahmen sind oft der erste Schritt zu mehr Barrierefreiheit. Dazu zählen:
- Rollstuhlgerechte Zugänge: Rampen, Aufzüge und breite Türen ermöglichen es Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sich frei zu bewegen.
- Barrierefreie Sanitäranlagen: Diese sollten über ausreichend Platz, Haltegriffe und höhenverstellbare Waschbecken verfügen.
- Ergonomische Arbeitsplätze: Höhenverstellbare Schreibtische und ergonomische Stühle können individuell angepasst werden.
- Orientierungshilfen: Klare Beschilderungen und taktile Bodenhilfen unterstützen Menschen mit Sehbehinderungen.
Diese baulichen Anpassungen sind nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch eine Investition in die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.
Schulungen und Sensibilisierung der Mitarbeitenden
Eine barrierefreie Umgebung endet nicht bei baulichen Maßnahmen. Mitarbeitende spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung eines inklusiven Arbeitsplatzes. Schulungen zur Sensibilisierung sind daher unverzichtbar.
Bei solchen Trainings lernen Mitarbeitende, wie sie Kolleginnen und Kollegen mit Einschränkungen unterstützen können und welche Verhaltensweisen als respektvoll gelten. Das Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und ein offenes, unterstützendes Arbeitsklima zu schaffen. Regelmäßige Workshops und Informationsveranstaltungen sind eine effektive Möglichkeit, das Bewusstsein für Barrierefreiheit zu stärken.
Flexibilität bei Arbeitszeiten und -orten
Menschen mit Einschränkungen haben oft spezifische Bedürfnisse, die durch flexible Arbeitsmodelle besser erfüllt werden können. Beispiele hierfür sind:
- Homeoffice-Optionen: Für Mitarbeitende mit Mobilitätseinschränkungen kann das Arbeiten von zu Hause eine große Erleichterung darstellen.
- Anpassung der Arbeitszeiten: Individuelle Arbeitszeitmodelle ermöglichen es, beispielsweise Arzttermine oder Therapien besser in den Alltag zu integrieren.
- Teilzeitmodelle: Diese können eine Option sein, wenn eine Vollzeitbeschäftigung nicht möglich ist.
Flexibilität ist ein Schlüssel, um Mitarbeitenden mit Behinderungen die Integration ins Arbeitsleben zu erleichtern.
Technologische Hilfsmittel für mehr Barrierefreiheit

Technologie ist ein mächtiges Werkzeug, um Barrieren am Arbeitsplatz zu überwinden. In den letzten Jahren hat sich die Bandbreite an unterstützenden Technologien erheblich erweitert.
Digitale Tools und Softwarelösungen
Digitale Tools und Softwarelösungen sind besonders hilfreich, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen. Beispiele sind:
- Spracherkennungssoftware: Diese ermöglicht es, Texte zu diktieren, statt sie zu tippen – ideal für Menschen mit motorischen Einschränkungen.
- Screenreader: Für sehbehinderte Personen sind Screenreader unverzichtbar, die Inhalte von Bildschirmen vorlesen.
- Barrierefreie Websites und Programme: Anwendungen sollten so gestaltet sein, dass sie von Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen genutzt werden können.
Solche Technologien helfen nicht nur Mitarbeitenden mit Einschränkungen, sondern fördern auch die allgemeine Effizienz im Unternehmen.
Assistive Technologien für körperliche Einschränkungen
Assistive Technologien sind speziell darauf ausgelegt, körperliche Einschränkungen zu kompensieren. Dazu gehören:
- Prothesen und Orthesen: Diese können die Mobilität und Leistungsfähigkeit erhöhen.
- Spezialtastaturen und Mäuse: Für Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen gibt es Tastaturen und Mäuse, die individuell angepasst werden können.
- Roboterarme: Diese ermöglichen es, Aufgaben auszuführen, die sonst nicht möglich wären.
Die Integration solcher Technologien macht den Arbeitsplatz nicht nur funktional, sondern auch zugänglich.
Barrierefreie Kommunikationsmittel
Kommunikation ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitslebens. Barrierefreie Kommunikationsmittel sind daher entscheidend, um Inklusion zu fördern. Beispiele sind:
- Gebärdensprachdolmetscher: Diese können bei Meetings oder Präsentationen eingesetzt werden.
- Untertitelung von Videos: Für hörgeschädigte Mitarbeitende ist dies eine wichtige Unterstützung.
- Visuelle Alarmsysteme: Ergänzend zu akustischen Signalen können visuelle Hinweise genutzt werden.
Eine barrierefreie Kommunikation stellt sicher, dass alle Mitarbeitenden gleichberechtigt interagieren können.
Gesetzliche Vorgaben zur Barrierefreiheit am Arbeitsplatz
In Deutschland regeln verschiedene Gesetze die Barrierefreiheit am Arbeitsplatz. Das wichtigste davon ist das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), das Unternehmen verpflichtet, Barrieren abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen. Ergänzend dazu gibt es das Sozialgesetzbuch (SGB IX), das die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Bezug auf Arbeit und Rehabilitation definiert.
Auch die Arbeitsstättenverordnung gibt klare Vorgaben, wie ein Arbeitsplatz gestaltet sein muss, um barrierefrei zu sein. Unternehmen, die diese Vorschriften missachten, riskieren nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern auch den Verlust von Fachkräften.
Best Practices: Erfolgreiche Beispiele für Barrierefreiheit
Einige Unternehmen gelten als Vorbilder in Sachen Barrierefreiheit. So hat die Deutsche Bahn ihre Arbeitsplätze umfassend barrierefrei gestaltet, mit höhenverstellbaren Schreibtischen und speziellen Kommunikationsmitteln. Ein weiteres Beispiel ist Microsoft, das stark in assistive Technologien investiert und damit eine inklusive Arbeitsumgebung geschaffen hat.
Solche Best Practices zeigen, dass Barrierefreiheit nicht nur möglich ist, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt. Unternehmen, die sich aktiv für Inklusion einsetzen, profitieren von einer vielfältigen Belegschaft und einem positiven Image.
Barrierefreiheit am Arbeitsplatz ist mehr als eine gesetzliche Verpflichtung – sie ist eine Chance, eine bessere und gerechtere Arbeitswelt zu schaffen. Indem Unternehmen Barrieren abbauen, schaffen sie Raum für Innovation, Zusammenarbeit und Chancengleichheit. Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich in der übergeordneten Diversity and Inclusion (DE&I)-Strategie.
Zusätzlich können Unternehmen durch gezielte Maßnahmen wie eine inklusive Unternehmenskultur oder die Messung von Diversität (KPIs) langfristig eine produktive und faire Arbeitsumgebung etablieren.
FAQ zum Thema Barrierefreiheit am arbeitsplatz
Was bedeutet Barrierefreiheit am Arbeitsplatz?
Barrierefreiheit am Arbeitsplatz bedeutet, dass die Arbeitsumgebung so gestaltet ist, dass sie für alle Mitarbeitenden zugänglich und nutzbar ist, unabhängig von körperlichen Einschränkungen.
Welche gesetzlichen Vorgaben gibt es zur Barrierefreiheit am Arbeitsplatz?
In Deutschland regeln das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) die Barrierefreiheit. Arbeitgeber sind verpflichtet, angemessene Vorkehrungen zu treffen.
Wie können Unternehmen Barrierefreiheit fördern?
Unternehmen können Barrierefreiheit fördern, indem sie barrierefreie Arbeitsplätze schaffen, technologische Hilfsmittel bereitstellen und Mitarbeitende sensibilisieren.




